Vorsorge und Rehabilitation

Medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen können dazu beitragen, eine Schwächung der Gesundheit zu beseitigen (Vorsorgemaßnahme) oder eine bereits eingetretene Krankheit zu heilen oder deren Verschlimmerung zu vermeiden (Rehabilitationsmaßnahme). Eine Maßnahme dauert grundsätzlich 3 Wochen und kann frühestens nach 3 bzw. 4 Jahren wiederholt werden. Wenn zwingende gesundheitliche Gründe vorliegen, kann die Frist verkürzt werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine ambulante oder eine stationäre Maßnahme aus medizinischer Sicht erforderlich ist.

Die ambulante Vorsorgemaßnahme

Im Volksmund spricht man auch von ambulanten Badekuren. Wenn Ihr behandelnder Arzt eine solche Maßnahme für notwendig hält, senden wir Ihnen gerne ein entsprechendes Formular zu, mit dem Sie die Maßnahme unkompliziert beantragen können. Voraussetzung ist jedoch, dass die komplexe Kurtherapie in Verbindung mit der Anwendung ortsgebundener Heilmittel (z.B. Thermen, Fango) erfolgversprechender ist als die fachärztliche Behandlung am Wohnort. Die Notwendigkeit wird durch den Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenversicherung überprüft.

Vorteilhaft an einer solchen Maßnahme ist, dass Sie Kurort und Zeitpunkt frei wählen können. Es muss sich lediglich um einen anerkannten deutschen Kurort handeln. Der Wunsch nach dem Klima im europäischen Ausland ist hier in den vergangenen Jahren gestiegen. Seit der EU-Erweiterung wurden uns neue Handlungsspielräume gegeben. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kurbedingungen im europäischen Ausland dem deutschen Standard entsprechen. Hierzu sind bislang keine allgemein gültigen Festlegungen getroffen worden, so dass Kurorte im europäischen Ausland leider weiterhin nicht als allgemein anerkannte Kurorte gelten. Eine Kostenübernahme kann daher bislang nur nach Prüfung im Einzelfall erfolgen. Sollten Sie eine Maßnahme im europäischen Ausland planen, informieren Sie sich bitte im Vorfeld bei uns. 

Die ambulante Rehabilitationsmaßnahme

Bei bestimmten Krankheitsbildern ist nach einer Erkrankung eine ambulante Rehabilitation am Wohnort ratsamer als ein stationärer Aufenthalt. Dies bietet den Vorteil, dass Sie in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben und nicht von Ihrer Familie getrennt sind.

Wir bezahlen bei speziellen Krankheitsbildern die verordneten medizinischen Anwendungen im ambulanten Rehabilitationszentrum, sofern nicht der Rentenversicherungsträger zuständig ist. Ihre gesetzliche Zuzahlung beträgt 10 EUR pro Behandlungstag.

Die Terminplanung erfolgt dann individuell zwischen Ihnen und der Rehabilitationseinrichtung.

Die stationäre Rehabilitationsmaßnahme

Reicht eine ambulante Maßnahme nicht aus, wird Ihnen Ihr Arzt möglicherweise eine stationäre Maßnahme empfehlen. Seine Empfehlung dokumentiert der behandelnde Arzt auf dem Vordruckmuster 60 und gibt dieses an uns weiter. Daraufhin senden wir die ggf. notwendigen Antragsvordrucke an Sie oder den behandelnden Arzt. Dies gilt auch, wenn ein anderer Kostenträger (z.B. Ihre Rentenversicherung) zuständig ist.

Bei weiteren Fragen beraten wir Sie gerne ausführlich.

Wenn wir der zuständige Kostenträger sind, wählen wir eine für Sie besonders geeignete Rehabilitationseinrichtig aus. Wir übernehmen alle vertraglichen Kosten für eine stationäre Maßnahme.

Ihre gesetzliche Zuzahlung beträgt

  • täglich 10 EUR,
  • für Anschlussrehabilitationen und gleichgestellte Maßnahmen: 10 EUR für maximal 28 Tage im Kalenderjahr,
  • für Maßnahmen für Mutter/Vater und Kind täglich 10 EUR.
  • Kinder unter 18 Jahren müssen keine Zuzahlung leisten.

Zusätzlich erstatten wir die notwendigen Kosten für An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ihr gesetzlich festgelegter Eigenanteil hierzu beträgt je Fahrt 10 EUR, mindestens 5 EUR, maximal 10 EUR, aber nicht mehr als die tatsächlichen Kosten.

Die Mutter-/Vater-Kind-Vorsorgemaßnahme

Um der besonderen Situation von Müttern gerecht zu werden, bieten wir spezielle Maßnahmen für Mutter und Kind. Sie richten sich an kranke oder in ihrer Gesundheit gefährdete Mütter, insbesondere an Frauen, die Kinder erziehen und versorgen. Bei einer Mutter-Kind-Vorsorgemaßnahme handelt es sich nicht um einen Urlaub. Obwohl die Bezeichnung dies nicht aussagt, gelten für Vater-Kind-Vorsorgemaßnahme die gleichen Grundsätze.

Wer an einer Mütter- oder Mutter-Kind/Vater-Kind-Maßnahme interessiert ist, sollte sich an uns wenden, damit wir Sie über weitere Einzelheiten informieren können.

Ihre gesetzliche Zuzahlung beträgt

  • täglich 10 EUR,
  • für Anschlussrehabilitationen und gleichgestellte Maßnahmen: 10 EUR für maximal 28 Tage im Kalenderjahr,
  • für Maßnahmen für Mutter/Vater und Kind täglich 10 EUR.
  • Kinder unter 18 Jahren müssen keine Zuzahlung leisten.

Die Maßnahmen anderer Träger

Rehabilitationen werden nicht nur von Krankenversicherungen durchgeführt. In vielen Fällen sind andere Versicherungsträger vorrangig für Sie zuständig. Wir beraten Sie hierzu gerne individuell und unterstützen Sie bei der Antragstellung.

  • Rentenversicherungsträger
  • Berufstätigen bezahlt der Rentenversicherungsträger die stationäre Heilbehandlung, wenn die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist. Maßnahmen zur Krebsnachbehandlung und stationäre Maßnahmen für Kinder werden vom Rentenversicherungsträger für Versicherte und Rentner sowie für deren Angehörige durchgeführt.

  • Unfallversicherungsträger
  • Wird eine Maßnahme aufgrund eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit notwendig, ist vorrangig der Unfallversicherungsträger (z.B. die Berufsgenossenschaft) zuständig.