Kinderkrankengeld

Was bedeutet Kinderkrankengeld?
Ihr Kind ist krank und Sie können deshalb nicht zur Arbeit gehen? Damit Sie sich in Ruhe um Ihr Kind kümmern können, unterstützet die BKK Rieker • RICOSTA • Weisser Sie mit Kinderkrankengeld.

Unter welchen Voraussetzungen erhalten Sie Krankengeld bei Erkrankung des Kindes?
Sie haben Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn

  • die Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten Kindes nach ärztlichem Attest erforderlich ist.
  • ihr Kind gesetzlich krankrankenversichert ist.
  • ihr Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Diese Altersgrenze entfällt, wenn Ihr Kind behindert und auf Hilfe angewiesen ist.
  • keine andere im Haushalt lebende Person die Betreuung an Ihrer Stelle übernehmen kann.
  • Sie in dieser Zeit keine bezahlte Freistellung durch Ihren Arbeitgeber erhalten.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?
Jeder gesetzlich versicherte Elternteil hat einen Anspruch auf Kinderkrankengeld für längstens 10 Arbeitstage pro Kind im Jahr. Bei mehr als zwei Kindern erhöht sich dieser Zeitraum auf insgesamt 25 Arbeitstage.
Bei Alleinerziehenden beträgt der Anspruch 20 Arbeitstage pro Kind und erhöht sich bei mehreren Kindern auf maximal 50 Arbeitstage je Kalenderjahr.
Das Kinderkrankengeld beträgt 90% des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Wenn Sie in den letzten 12 Kalendermonaten vor der Erkrankung ihres Kindes Einmalzahlungen wie z.B. Urlaubs-/Weihnachtsgeld erhalten haben, erhöht sich das Kinderkrankengeld auf 100% des ausgefallenen Nettoentgelts. Das Höchstkrankengeld beträgt im Kalenderjahr 2021 112,88 € brutto pro Kalendertag.
Aus dem Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes sind Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Diese Beitragsanteile ziehen wir vor der Auszahlung des Kinderkrankengeldes ab und überweisen sie direkt an den jeweiligen Sozialversicherungsträger.

Was ist zu beachten?
Bitte reichen Sie uns die ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Kinderkrankengeld komplett ausgefüllt und unterschrieben ein.
Die Anforderung der Verdienstbescheinigung bei Ihrem Arbeitgeber zur Berechnung und Auszahlung Ihres Krankengeldes übernehmen wir für Sie. Hier brauchen Sie sich um nichts weiter kümmern.
Die Zuständigkeit für diese Leistung liegt bei der Krankenkasse der Betreuungsperson, unabhängig davon wo das Kind versichert ist.

 

Was ändert sich im Jahr 2021?
Um Eltern in der Corona-Pandemie zu entlasten, wurde der Anspruch auf Kinderkrankengeld rückwirkend zum 05.01.2021 für das gesamte Jahr 2021 erweitert. Der Anspruch gilt nicht nur wie üblich bei Krankheit des Kindes, sondern auch, wenn

  • Kitas und Schulen geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet sind.
  • die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben wurde.
  • der Zugang zu Betreuungsangebote eingeschränkt wurde.
  • Eltern deshalb Betreuungsprobleme haben.
  • Quarantäne für das Kind/die Kinder angeordnet wurde.
  • Behörden den Eltern empfohlen haben, ihre Kinder pandemiebedingt lieber zu Hause zu betreuen.
  • die Eltern grundsätzlich in Homeoffice arbeiten können.
  • kein Antrag auf vergleichbare Entschädigungsleistung nach § 56 Abs.1a Infektionsschutzgesetz (IfSG) gestellt wurde.

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte, berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind unter 12 Jahre alt ist. Bei Kindern, die eine Behinderung haben, besteht der Anspruch auch über das 12. Lebensjahr hinaus. Voraussetzung ist auch, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann. Privatversicherte und beihilfeberechtigte Eltern müssen ihren Anspruch nach §56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) geltend machen.

Klar geregelt ist das Verhältnis der neuen Leistung zu dem bisherigen Anspruch auf Entschädigung für Eltern nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 56 Abs. 1a IfSG). Beide bleiben bestehen. Während des Bezugs des Kinderkrankengeldes ruht der Anspruch auf Entschädigung nach dem IfSG.

Die Anspruchsdauer erhöht sich somit für jedes Elternteil und pro Kind auf 20 Arbeitstage. Familien mit mehr als zwei Kindern können für maximal 45 Arbeitstage diese Ersatzleistung erhalten. Bei Alleinerziehenden beträgt der Anspruch 40 Arbeitstage pro Kind und erhöht sich bei mehreren Kindern auf maximal 90 Arbeitstage dieses Jahr.

Die entsprechenden Antragsunterlagen für das Kinderkrankengeld bei pandemiebedingter Betreuung Ihres Kindes erhalten Sie von uns. Bitte senden Sie uns den angeforderten Fragebogen ausgefüllt und unterschrieben wieder zurück.

Im Jahr 2021 kann somit das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes und das pandemiebedingte Kinderkrankengeld maximal für die oben genannten Arbeitstage in Anspruch genommen werden.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen

Nadine Günter
Fachberatung Leistungen
Tel.: 07724 97 211
E-Mail: nguenter@bkk-rrw.de
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